Denken an Legenden

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Anton Lehmden vor seinem Bild "Golem II"Das Jahr 2014 erblickte gerade das Licht der Welt und schon ist auch aus der Welt der Phantastik  wieder von zwei Ereignissen zu berichten. Nachdem im Dezember Wolfgang Hutter 85 Jahre alt geworden war, könnte man auch den Januar mit einem „Denken an Legenden“ überschreiben.

So werden zwei weitere Protagonisten der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ zu Beginn des Jahres gleichfalls 85 Jahre alt. Am 02.01.1929 wurde Anton Lehmden in Neutra (Slowakei) geboren. Der Künstler lebt heute in Deutschkreutz im Burgenland (Österreich), wo er es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht hat, dem dortigen Renaissance-Schloss Deutschkreutz durch umfangreiche Restaurierungsarbeiten, wieder zu seinem ehemaligen Glanz zu verhelfen.In diesem Künstlerrefugium hat Anton Lehmden auf 800 qm das Lehmden-Museum eingerichtet, das einen umfangreichen Einblick in das vielseitige Schaffen des Künstlers bietet. Unzählige Ausstellungen und Würdigungen begleiten bis heute sein Leben als Künstler des Phantastischen Realismus.

Arik BrauerEinige Tage später, am 04.01.2014 wird auch der österreichische Maler, Grafiker, Bühnenbildner, Sänger und Dichter  Arik Brauer, ein weiterer Hauptvertreter der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ das nicht alltägliche Alter von 85 Jahren erreichen. Aus dem  ereignisreichen Leben von Arik Brauer alles zu berichten, würde jeden Rahmen sprengen. So sollen nur einige prägnante Episoden widergegeben werden.

Nach einem Kunststudium an der Wiener Akademie der bildenden Künste, studierte er zusätzlich noch Gesang an der Musikschule in Wien. Ein bewegtes Leben führte das Multitalent durch viele Länder und in den 50er Jahren trat er in Israel als Sänger und Tänzer auf. Später heiratete er die Jemenitin Naomi Dahabani und trat mit ihr auch als erfolgreiches Gesangsduo in Paris, wo das Paar für einige Zeit „seine Zelte aufgeschlagen hatte“, auf.

Erst ab den Sechzigern widmete sich der Künstler wieder vorwiegend der Malerei und der plastischen Gestaltung. Er baute im israelischen Künstlerdorf Ein Hod ein phantastisch gestaltetes Haus und nahm später eine Professur an der Wiener Akademie an. Neben unzähligen malerischen und graphischen Arbeiten, Konzerten und Ausstattungen von Opern, übernahm er in einem Wiener Bezirk die Außen- und Innengestaltung des Arik-Brauer-Hauses, das unübersehbar seine künstlerische Handschrift zum Tragen bringt.

Im Jahr 2012 erhielt ein ganzer Saal im Wiener Palais Palffy – das auch das Phantasten-Museum in seinen Mauern beherbergt – mit großformatigen Bildern von Arik Brauer ein neues ausdruckstarkes und stilvolles Gesicht. In diesem Zusammenhang wurde der einstige Figaro Saal zu Ehren des Künstlers in Arik-Brauer-Saal  umbenannt.

„Als Verfasser dieser Texte und als Initiator des Projektes PHANTASTIK IN DER BOX – SAMMLUNG WESTERMANN, war es mir einfach eine Selbstverständlichkeit, auch einmal an Dinge wie nicht alltägliche Geburtstage zu erinnern, die in unserer schnelllebigen Zeit leider viel zu oft vergessen werden. Herzlichen Glückwunsch!“. (Günter Westermann)

Text: Günter Westermann (Phantastik in der Box – Sammlung Westermann), Foto Anton Lehmden: © Barbara Lehmden, Foto Arik Brauer: © Manfred Werner über Wikimedia Commons

Ein Gedanke zu „Denken an Legenden

  • 02.01.2014 um 22:58
    Permalink

    Dem „Denken an Legenden“ des Kunstsammlers Günter Westermann schließe ich mich mit den herzlichsten Geburtstagswünschen für Arik Brauer und insbesondere für Anton Lehmden an. Als dessen ehemalige Schülerin bewunderte ich nicht nur die Ausdruckskraft seiner Werke – seine so überaus zarten Linien hatten es mir ganz beonders angetan …

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