„fremd – vertraut“ in Stuttgart (DE)

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Der Künstlersonderbund zeigt Werke zum Thema im Stuttgarter KUNSTBEZIRK, der Galerie im Gustav-Siegle-Haus.

Aktuell, streitbar und vielschichtig ist dieses Thema, das rund sechzig zeitgenössische Künstler ausloten und ab dem 2. November 2019 dem Publikum präsentieren. Die Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen sind gegenständlich-figurativ, denn die Mitglieder des Künstlersonderbundes in Deutschland möchten den „Realismus der Gegenwart“ erfahrbar machen. Ein Angebot, das den Besuchern die Möglichkeit gibt, einen umfassenden Überblick über die Positionen des zeitgenössischen Realismus zu erhalten.

Die Angst vor dem Fremden in einer sich rasant entwickelnden Zeit ist verständlich und der Rückzug ins Vertraute mag verlocken. Und doch sind die Zusammenhänge komplexer. Die scheinbar so gegensätzlichen Pole „fremd – vertraut“ werden durch die unterschiedlichen Interpretationen der Künstlerinnen und Künstler in einer großen Bandbreite sichtbar. Von der Ursprungserfahrung jedes Menschen, der an der vertrauten Hand eines Elternteils laufen lernt, um schließlich das Fremde zu erkunden, über traumhaft-poetische oder surreal-phantastische Bildwelten, die unbekannte Perspektiven öffnen bis hin zu fotorealistischen Darstellungen mit manchmal poetisch-karikativen Anklängen. Die Detailtreue einer hyperrealistischen, geradezu haptischen Zeichnung steht dabei neben der Großflächigkeit einer Landschaft mit expressionistischer Farbgebung, die filigran-flüchtig wirkende Bronze neben der kompakten Terrakotta-Figur.

Mit der Vielfalt der Motive, Figuren, Techniken und Materialien zeigt sich die gegenständlich-figurative Kunst in all ihren Facetten und bietet Anregungen für ein Erkunden der vielschichtigen Wahrnehmungsebenen. Man entdeckt Vertrautes im Fremden und Irritierendes im Bekannten. Die scheinbar so offensichtliche Polarität verliert an Kontur, wenn man genauer hinsieht.
Es erscheint ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung.

Vernissage: 2. November 2019, 16.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. November 2019 bis 5. Januar 2020
Finissage: 5. Januar 2020, 15.00 Uhr
Öffnungszeiten: Di – Sa 15:00 – 19:00 Uhr, an Feiertagen geschlossen

Text: der Presseinformation des Künstlersonderbundes entnommen; Abbildung: © Ubbo Enninga, „Meine afrikanische Seele“

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