Galerie im Drübbelken (D) zeigt Rainer Kalwitz

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Mit einer zweiteiligen Ausstellung „Works | Medusa“ des Recklinghäuser Künstlers Rainer Kalwitz startet die Galerie im Drübbelken (Recklinghausen, D) ins neue Ausstellungsjahr. Der international renommierte Illustrator entwirft seit vielen Jahren vornehmlich Buchcover für das Grusel- und Fantasygenre sowie Cover Artworks für Rock- und Metalbands. Die Ausstellung kombiniert wertvolle Originalentwürfe mit fertigen Printprodukten sowie freien künstlerischen Arbeiten.

Freunde der beliebten John-Sinclar-Gruselromane oder Fans der Metalszene haben vielleicht schon unwissentlich eines seiner Werke in den Händen gehalten: Rainer Kalwitz, der schon vor dem Studium des Grafikdesigns für die Automobilindustrie als Illustrator arbeitete, hat sich über Jahre hinweg kontinuierlich auf das Surreale, Unheimliche und Düstere spezialisiert. Einschlägige Verlage und Labels zählen seit Langem zu den festen Auftraggebern des Freiberuflers. Im Unterschied zu vielen seiner Berufsgenossen, die dasselbe Genre bedienen, arbeitet Kalwitz jedoch ausschließlich in traditionellen Techniken und nicht digital am Computer. Meist in Acryl auf Leinwand und oft auf Grundlage präziser Vorzeichnungen entstehen Traumszenarien, deren atmosphärischen Licht- und Schattenmodellierungen sich unter anderem dem virtuosen Einsatz der Airbrushpistole verdanken. Dass Kalwitz souverän an der analogen Machart eines weitgehend digital inspirierten Genres festhält, verleiht seinen Arbeiten eine humane Note – und den Originalentwürfen eben jene Aura, die nur ein handgefertigtes Unikat hat.
Ein besonderes Anliegen verfolgt der zweite Ausstellungsteil. Am Beispiel seiner eigenen „Medusa“ von 2011 thematisiert Kalwitz – witzig und aufklärerisch zugleich – das Ausmaß von Urheberrechtsverletzungen in der Kreativbranche. Weltweit über 100 Fälle unrechtmäßiger Nutzung seiner Version des mythologischen Fabelwesens konnte der Illustrator bisher ausfindig machen. Ob auf T-Shirts oder Webauftritten, ob als Skateboard, Manschettenknopf oder Tattoo:
Immer wurde der Künstler um Honorar und Reputation gebracht. Besonders absurd: Selbst eine staatliche Kunstakademie in Mexiko hatte keinerlei Bedenken, mit der „Medusa“ für einen Workshop zu werben – selbstverständlich ohne einen entsprechenden Lizenzvertrag. Kalwitz nimmt es mit Humor, auch wenn die Verfolgung derartiger Fälle viel „Zeit, Geld und jede Menge Nerven“ kostet und am Ende allzu oft ergebnislos bleibt. „Richtig schlimm aber wird es, wenn ausgerechnet andere Kreative wie Musiker oder Grafiker sich unerlaubt bei dir bedienen. Dann gerät man schon über den gesellschaftlichen Stellenwert kreativer Leistungen ins Grübeln“, wird Kalwitz ernst. Vielleicht schärfe die Ausstellung ja ein wenig das Problembewusstsein.

Für professionelle Illustratoren wie Kalwitz sind Ausstellungen wie die aktuelle nicht das primäre Medium, um Publikum und Auftraggeber zu erreichen. „In der Illustratorenszene tauscht man sich ja direkt aus, man wächst da irgendwann rein und arbeitet fortan quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, obwohl paradoxerweise die Bilder dann tausendfach um die halbe Welt gehen“, erklärt Kurator Christof Belmann-Weinrich das Besondere der Ausstellung. Umso seltener, interessanter und auch wichtiger seien Ausstellungen, die auch einmal Einblicke in das auftragsgebundene Schaffen gewähren. „Die lokale Szene besteht ja nicht allein aus frei arbeitenden Ausstellungskünstlern“, so Belmann-Weinrich. Den höchsten Grad künstlerischer Professionalisierung finde man oftmals abseits von Ausstellungen und Galerien.

Vernissage: 7. Januar 2018, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 7. Januar bis 10. Februar 2018
Öffnungszeiten: Mo – Do 12.00 – ca. 24.00; Fr + Sa 12.00 – ca. 02.00; So + Feiertag 17.00 – ca. 24.00 Uhr

Presseinformation der Galerie entnommen; Abbildung: © Rainer Kalwitz, „Die Nacht und das Universum“

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