Jubiläumsfeier mit großartiger Fotoschau

Download PDF

Vergangenen Samstag fand im Phantastenmuseum Wien (A) eine Feier anlässlich des einjährigen Bestehens des Museums statt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit zu einem Rundgang durch die neu aufgestellten Räumlichkeiten, die auf sehr positive Resonanz stießen. „Noch professioneller” war ein Kommentar der häufig zu hören war, zudem bestätigten viele der Befragten, dass innerhalb des letzten Jahres die Qualität der Exponate weiter gestiegen ist. Ebenfalls für gut befunden wurde, dass die Ausstellung jetzt (durch viele neu hinzugekommene Dauerleihgaben) noch deutlich homogener und „vollständiger“ wirkt als dies vor einem Jahr der Fall war.
Für die Besucher war der Vormittag im Museum auch zugleich ein lebendiges Erlebnis, denn viele der ausgestellten Künstler, unter ihnen auch ”Phantasten-Urgesteine“ wie z.B. Prof. Ernst Fuchs, waren persönlich anwesend. So entstand inmitten von wundervollen Werken reger Austausch zwischen Künstlern und Kunstfreunden.

Für besonderes Flair sorgte ein Künstler, der zwar nicht mit Pinsel und Farben arbeitet, dessen Bilder  das Auge aber nicht minder erfreuen. Nikolaus Neureiter (A) zeigte in seiner Fotoschau, dass er imstande ist, mit der Kamera einfühlsame und ausdrucksstarke Werke entstehen zu lassen, die sogar kritische Künstlerkollegen staunen lassen. Die gezeigten Arbeiten entstanden im Phantastenmuseum und bei Künstlern des Museums. Sie dokumentieren auf eindrucksvolle Weise das rege Ausstellungsgeschehen des vergangenen Jahres und zeigen in sensiblen Künstlerportraits die Persönlichkeiten der Phantastenfamilie. Wer künstlerische Fotografien liebt, sollte sich die Ausstellung keinesfalls entgehen lassen!

Ein Mann, der wesentlich zum Entstehen des Phantastenmuseums beigetragen hat, ist Gerhard Habarta. Als Kurator des Museums und Kunstkenner lag es an ihm, die Rede zum Jubiläum und zur Ausstellungseröffnung zu halten. Er tat dies in seiner gewohnt lockeren und humorvollen Art, jedoch nicht ohne provokative Gedanken – diesmal zur Ignoranz der phantastischen Kunst in den österreichischen Printmedien – einzuflechten.
Den Künstlern, die er „Widerstandskämpfer im Untergrund der Kultur“ nennt, machte diese Rede ebenso Mut wie den Machern des Museums. Denn Gerhard Habarta deckte auf, dass das Interesse am Surrealismus groß ist, belegt durch die zahlreichen Ausstellungen in „großen“ Museen, auch wenn diese es vermeiden, öffentlich das Wort „Surrealismus“ zu gebrauchen. Das Museum sei in der Öffentlichkeit durchaus wahrnehmbar, wäre für Künstler ein beliebter Treffpunkt geworden und zöge auch immer mehr Besucher an, so Habarta. In seinen Ausführungen zum Museum ging er auf die Neuaufstellung ein, sowie auf die Besucher und die Verantwortlichen, bevor er mit den Worten „Und es gibt Freunde, die uns begleiten” zum Ende seiner Rede kam, in dem er über Nikolaus Neureiters Fotografien sprach. „Ihm Dank dafür und Ihnen das Schauvergnügen” war der Schlusssatz, mit dem Gerhard Habarta die Ausstellung eröffnete.

Zur lieben Gewohnheit geworden sind die gemütlichen Phantasten-Nachmittage nach den Vernissagen im Café Palffy gleich neben dem Phantastenmuseum. So auch diesmal: Künstler und Freunde des Museums ließen den Ehrentag in geselliger Runde ausklingen.

Fotos: Artikelbild und Diashow Nr.1 bis 7 © Martin Wallnberger, restliche Fotos © Sigrid Nepelius

No slides are available.

2 Gedanken zu „Jubiläumsfeier mit großartiger Fotoschau

  • 20.01.2012 um 20:52
    Permalink

    Sehr geehrte Redaktion,

    mit großem Interesse habe ich die aktuelle Ausgabe des Webmagazins für Phantastische Kunst gelesen und
    konstatiere insbesondere für den Beitrag „Jubiläumsfeier mit grossartiger Fotoschau“, dass es mittlerweile auch in Berlin „Widerstandskämpfer“ für die Phantastische Kunst gibt.
    Einiges was da unter dem großen Begriff Surrealismus nicht ausgesprochen wird, sollte ausgesprochen und einfach gemacht werden.
    Die Galerie Dikmayer Berlin zeigt seit dem 28.10.2011 in mitten der deutschen Hauptstadtcity die Urgesteine,
    wie Ernst Fuchs, aber auch die nextgeneration, wie Rainer Stern, Peter Gric, Leo Ariev u.a.
    Mehr dazu
    Link zum Video

    http://www.youtube.com/watch?v=GaGfhBFfOVA

    Ernst Fuchs&Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus
    Zum ersten Mal in Deutschland und Berlin
    Weitere Ausstellungen in Berlin, Hamburg und Gera werden vorbereitet.

    Mit freundlichen Grüssen
    Galerie Dikmayer Berlin
    http://www.galerie-dikmayer.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.