Phaeton – das Portrait einer Künstlergruppe

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Phaeton? Was für ein merkwürdiger Name für eine Gruppe von jungen Künstlern, die sich erst Anfang des Jahres in ihrer aktuellen Formation zusammengetan hat. Und das mit keinem geringeren Ziel, als „Eklat, Aufregung, Bewegung, Emotionen, Unruhe, Sorge, Turbulenz, Aufruhr, Wogen und Seegang in den Kosmos zu bringen“.

Phaeton ist vielleicht dem ein oder anderen bekannt als ein vor einigen Jahren auf dem Markt erschienenes Volkswagenmodell der Luxusklasse.
Die Astronomen unter Euch kennen ihn als einen hypothetischen Planeten, der eine Umlaufbahn zwischen Mars und Jupiter haben sollte.
Literarisch belesenere Menschen verbinden damit eine schicksalhafte Figur aus der griechischen Mythologie. Phaeton war der weltliche Sohn des Sonnengottes Helios, der sich als Beweis für die Liebe des Vaters eine Fahrt in dessen Sonnenwagen erbat. Meist hören Söhne nicht auf die gut gemeinten Ratschläge ihrer Väter und so musste der Gott den einmal gewährten Wunsch erfüllen. Wie sollte es anders sein? Phaeton konnte den Gewalten des Himmels nicht lange standhalten und so stürzte er erst das Himmelszelt und anschließend den Erdboden in’s Chaos, bis er schließlich selbst aus höchsten Höhen hernieder fiel und im ewigen Feuer verbrannte.

Das klingt alles nicht nach einer Geschichte die Erfolg verspricht. Warum benennen diese Künstler sich nun ausgerechnet nach einer Figur, die zum Scheitern verurteilt ist? Ganz einfach! Wie auch Ovid es feststellte starb Phaeton als einer, der Großes gewagt hatte.

Und so macht es diese Gruppe „… in Zeiten der Vereinsamung der Massen und der Mediatisierung unseres alltäglichen Lebens…“ weiter zu ihrer Mission: „…Euch, liebe Menschheit, direkt und unessbar den Status Quo zu überbringen. Bei uns könnt ihr euren televisionsbedingten Nystagmus zur Ruhe bringen denn wir bieten Euch Slowfood für die Augen. Poetisch-märchenhafte Beweismalerei penetriert Eure Linsen und düst mit Lichtgeschwindigkeit zum Limbischen System wo sie Euch aufregen, Eure Gefühle erwecken aber Euch auf keinen Fall langweilen wird“.
Die drei Hauptakteure dieser Gruppe heißen Irina Rosanowski (D), Dima Miroshnishenko (UA/D) und Daniela Wolter (D). Ihre irdische Raumstation ist in Berlin (D) lokalisiert.
In ihren Werken durchleben die Künstler Metamorphosen ihres Seins und machen es möglich, dass ihr daran teilhabt und Eure eigenen Verwandlungen durchlebt. Sie erschaffen Visionen und lassen sich von ihnen neu erschaffen. Es geht um Geschichten, die das Leben schreibt, es geht darum, sich selbst zu begegnen und es geht um körperliche und seelische Empfindungen die oftmals in erotischen Zusammenhängen zum Vorschein kommen.
Noch in diesem Jahr sollen Ausstellungen in Berlin und im Berliner Raum stattfinden. Phantastisch.at wird berichten.

In voller Länge kann die Mission auf der Webseite der Künstlergruppe nachgelesen werden. Dort gibt es auch viele Bilder und Wissenswertes über die Phaetonianer in Erfahrung zu bringen.

Text und Fotos: Daniela Wolter

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