Susanne Steinbacher und Bernhard Tragut in Waidhofen/Ybbs (A)

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Bildschirmfoto 2015-11-03 um 09.46.50In der aktuellen Ausstellung der Stadtgalerie Waidhofen, die am 6. November eröffnet wird, treffen zwei bekannte Künstler aus dem Mostviertel aufeinander: die Malerin Susanne Steinbacher aus Hollenstein und der Purgstaller Bildhauer Bernhard Tragut.

Die Positionen eint der gegenständliche Zugang zur Kunst, wobei auf sehr unterschiedliche Weise die Frage des Realismus behandelt wird. Susanne Steinbacher beherrscht die feine Klinge minutiös-realistischer Kompositionen, die aufgrund ihrer konzeptuellen Stärke nie einem rein abbildenden Naturalismus anheimfallen. Indem sie die Genauigkeit der Pinselaufführung auf die Spitze treibt, werden ihre Sujets in gewisser Weise der Realität schon wieder entzogen, und speziell ihre außergewöhnliche Farbgebung, der oft ein metallischer Glanz innewohnt, erzeugt einen magischen Moment. Bei Bernhard Traguts Holzarbeiten, die er schnitzt und bemalt, ist das Surrealistische deutlich greifbar. Symbolhafte Verdichtungen, die sich in einer ikonenhaften Bildsprache äußern, sorgen für ungewöhnliche Formationen. Die Beziehung von Menschen zu einander – wobei das Verhältnis von Frau und Mann eine besondere Rolle einnimmt – wird situativ erfasst und durch räumliche Rahmen szenisch dargestellt. Die bewusste Verzerrung, die etwa auch in der tschechischen Plakatkunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen richtungsweisenden Stil vorgab, und die besonderen Titel sind Teil der Strategie, die den BetrachterInnen bei aller Seriosität des Anliegens auch ein Schmunzeln abringt.
Die Künstlerin und der Künstler, die einander seit den Studienzeiten an der Wiener Akademie der bildenden Künste kennen, befassen sich beide mit botanischen Strukturen, die mitunter zu eigenen Lebewesen mutieren. Überdimensionale Himbeeren mit Innenleben treten ebenso in Erscheinung wie Lampionblumen, deren Zweige sich in tänzerischer Verträumtheit wiegen. Eine spezielle Beziehung zu Bäumen lässt sich ebenfalls beobachten: Porträts alter Eichen bzw. Pinien von Susanne Steinbacher sind Teil der Schau, wie auch das Lindenholz in den Objekten von Bernhard Tragut starke Präsenz zeigt.
In den märchenhaften Szenarien von Susanne Steinbacher und Bernhard Tragut lassen sich bei aller Differenzierung des künstlerischen Ausdrucks immer wieder Parallelen finden, die es in der Ausstellung der Stadtgalerie Waidhofen zu entdecken gilt.

Vernissage: 6. November 2015, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 6. bis 29. November 2015
Öffnungszeiten: Fr 16:00 – 19:00, Sa 10:00 – 1300, So 15:00 – 18:00 Uhr

Abbildung: ©Susanne Steinbacher, „Scherenschnitte mit amorpher Form“, ©Bernhard Tragut, „Alle Zwei“; Text: der Webseite des Projektes raumimpuls entnommen

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