Vernissage Lukáš Kándl

Download PDF

Die große Einzelausstellung des in Frankreich lebenden tschechischen Künstlers Lukáš Kándl im Phantastenmuseum Wien (A) wurde ausnahmsweise auf zwei Etagen aufgeteilt. In den Räumlichkeiten des Phantastenmuseums ist der größere Teil der Bilder zu sehen, im Figaro-Saal einen Stock tiefer hängen mehrere von Kándls riesigen Ölgemälden. Dort, in diesem stilvollen Ambiente, fand auch die feierliche Eröffnung der Ausstellung statt. Viele Besucher waren gekommen, um dabei zu sein und Lukáš Kándl persönlich kennen zu lernen. Schon die Eröffnungsredner spiegelten internationales Flair wider – der französische Botschafter Stéphane Gompertz und die Vertreterin der tschechischen Botschaft, Dr. Ivana Cervenkova begrüßten die Gäste und zollten dem Künstler, seiner Frau Françoise und der phantastischen Kunst ihre Anerkennung. Auch Gerhard Habarta, Kurator des Phantastenmuseums, sprach über Kándls Werk bevor der Künstler höchstpersönlich das Wort ergriff. Seine in Französisch gehaltene Erklärung zu seinen Arbeiten wurde von Monika Häuslmeier (Tourist-Info Viechtach) gekonnt ins Deutsche übersetzt. Apropos Viechtach: Aus dem kleinen, aber feinen bayrischen Ort, in dem heuer die zweite Biennale der phantastischen Kunst stattfinden wird, sind mit Monika Häuslmeier, Bürgermeister Georg Bruckner und Künstler Reinhard Schmid gleich drei wichtige Vertreter zur Ausstellungseröffnung angereist, was die enge Verbundenheit mit dem Phantastenmuseum zeigt.
Im Anschluss an die Reden waren die Besucher eingeladen, sich beide Teile der Ausstellung in aller Ruhe anzusehen. Und die ist auch nötig, will man sich auf Kándls Arbeiten einlassen. Denn oberflächliche Betrachtung bringt (wie bei vielen anderen Vertretern der Phantastik) nicht den vollen Kunstgenuss. Erst beim genauen Schauen wird dem Betrachter bewusst, was er da sieht. Tiere zum Beispiel, die beim schnellen Hinsehen ganz normal anmuten, beim zweiten Blick allerdings ihre „phantastische“ Seite offenbaren. Ein wichtiger Teil in Kándls Bildern ist der Humor, der manchmal als Augenzwinkern, manchmal aber auch tiefschwarz auf die Doppeldeutigkeit der Motive hindeutet. Unnötig zu erwähnen, dass die Arbeiten von Lukáš Kándl auch handwerklich höchsten Ansprüchen genügen.
Kollege Reinhard Schmid zeigte sich beeindruckt:„ Seine Arbeiten sind von einer unglaublichen Leichtigkeit. Es ist wie beim Tanz – für das Publikum sieht alles so „leicht“ aus und es merkt nicht, wie sehr sich der Tänzer anstrengen muss. Einem guten Bild kennt man es ebenfalls nicht an, ob sich der Künstler anstrengen musste.”
Wer sich für phantastische Kunst interessiert und nicht bei der Eröffnung dabei war, sollte sich die Ausstellung auf jeden Fall ansehen – einen so umfassende Einblick in Lukáš Kándls Schaffen bekommt man nicht oft zu sehen.

Fotos: © Sigrid Nepelius

Previous Image
Next Image



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.