Zeitgenössische bayrische Phantasten in Kitzingen (D)

Download PDF

7 bayerische Maler und Malerinnen aus dem Genre der Phantastischen Kunst stellen ihre Bildwerke in der Kitzinger historischen Rathaushalle aus:
„Zeitgenössische Bayrische Phantasten“ – eine Ausstellung der Stadt Kitzingen in Kooperation mit dem Kitzinger Kulturverein PAM e.V.

Die Werkschau umfasst Gemälde und Collagen von 7 zeitgenössischen bayerischen Phantasten:  Wolfgang Harms, Jo Niklaus, Hans Niklaus, Michael Maschka, Karl Witti, Udo Winkler und KD Christof.

Mit dieser Ausstellung setzt der Kitzinger Kulturverein PAM seine Konzeption fort, Werke von Vertretern des Phantastischen und Magischen Realismus in der Bildenden Kunst in Kitzingen der Öffentlichkeit vorzustellen.

Das Genre der magischen und phantastischen Malerei steht in der Öffentlichkeit nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit und des Mainstreams; dennoch ist es für den Kulturverein ein Anliegen gerade diesen Vertretern eine gebührende Plattform zu bieten, um ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen.

Elemente der Phantastischen Malerei sind bereits seit dem späten Mittelalter in der religiösen Kunst in Süddeutschland und Österreich tief verwurzelt. Diese mit mystischen Inhalten versetzte Malerei fand ihre Fortsetzung in der Malerei des Symbolismus der Jahrhundertwende und der Neuen Sachlichkeit in den 1920er bis 1930er Jahren, die eine eigenständige Antwort auf Expressionismus, Dadaismus und die abstrakte Malerei formulierten. Mit kühlem Blick auf die Welt und mittels perfekter Maltechnik bannten sie das Alltägliche auf die Bildtafel und ließen distanzierte Abbilder und Wunschbilder zugleich entstehen.

Im Surrealismus am Ende des 2.Weltkrieges findet das Phänomen der traumhaften Vorstellung zusätzlich und verstärkt Eingang in die Malerei. Diese konstante Weiterentwicklung in der europäischen Malerei kumulierte in Österreich ab 1950 im Magischen Realismus, der diese speziellen Entwicklungen in der Bildenden Kunst aufnahm und das neue Genre konsequent bis zu seinem Höhepunkt in den 1960er und 70er Jahren zusammenführte. Die Malerei hatte die Wiedergabe der sichtbaren Wirklicheit überwunden.

Damals wie heute waren es jeweils nur ein paar Handvoll Maler, die trotz aller Widerstände im Kunstmarkt – unbeirrt in ihrer Vision und überzeugt von der traditionellen altmeisterlichen Malweise – das Phantastische in der Kunst aufrecht hielten.    Besonders in Franken und in Südbayern waren die Vertreter und Vertreterinnen dieser Gattung zu finden, mit ihrem ausstrahlendem Zentrum der Würzburger Schule des Phantastischen Realismus. 50 Jahre später, 2021, hat sich die Zahl der aktiven Phantasten im Kunstmarkt deutlich reduziert.

Einen gemeinsamen künstlerischen Beweggrund zu definieren, um diese tiefgründige Bildwelt zu erschließen, gestaltet sich schwierig. Als durchgehendes gemeinsames Merkmal eint alle die altmeisterliche Malweise, die Detailtreue sowie die Oberflächenglätte der Bildtafeln.

Diese gemalten Weltbühnen offenbaren weit mehr als ein naturgetreues Abbild unserer Realität. Sie sind vielmehr bildnerische Speicher der Erfahrungen, durchzogen von Sehnsuchtsvorstellungen der Maler – quasi Bildnisse einer neuen Wirklichkeit, die sich    durch die Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Bewusstsein, ihrer Phantasie, ihren Ideen, ihrer Wahrnehmung der Zeit sowie ihrer Träume und Visionen herauskristallisieren. Nicht endgültig zu ergründen dabei ist es, ob es sich letztlich um Interpretationen der Sehnsucht nach dem verlorenem Paradies oder nach der absoluten Harmonie handelt. Die Beantwortung dieser Frage bleibt dem Betrachter der Bildwerke in individueller Deutungshoheit überlassen.   

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, erhältlich bei der Aufsicht, oder unter: info@multiculture-artsnetwork.info

Ausstellungsdauer: 24. Juli bis 29. August 2021
Öffnungszeiten: tägl. 10.00 – 18.00 Uhr

Text: Presseaussendung Kitzinger Kulturverein PAM e.V.; Abbildung: ©Jo Niklaus „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code